Nacht- oder OK-Linsen
Eine besondere Art von Kontaktlinsen stellen die so genannten "Nachtlinsen" dar. Hierbei handelt es sich um harte Kontaktlinsen, die aus einem speziellen,
besonders sauerstoffdurchlässigen Material bestehen, da sie, wie der Name schon andeutet, nachts, d.h. während des Schlafs getragen werden. Sie sind somit
keine direkte Sehhilfe, sondern sie dienen der temporären Korrektur einer vorhandenen Kurzsichtigkeit von maximal -5 Dipotrin. Dieser Effekt
wird durch die Modellierung der Hornhaut der Augen erreicht, der sich allein durch das nächtliche Tragen der Linsen einstellt und je nach Schwere der
vorhandenen Kurzsichtigkeit zwischen einem halben Tag bis fast zwei Tagen anhalten kann. Dies bedeutet, dass die kurzsichtige Person in aller Regel
bereits nach wenigen Tagen (korrekt: Nächten) der Anwendung der Nachtlinsen tagsüber auf ihre bisherige Sehhilfe, d.h. die normalen Kontaktlinsen oder
aber eine Brille verzichten kann, da sich wieder eine ausreichende Sehkraft bzw. -schärfe der Augen eingestellt hat. Dieser Effekt wird im Fachjargon
als "Orthokeratologie" oder Ortho-K-Effekt bezeichnet, weshalb die Nachtlinsen auch unter der Bezeichnung Orthokeratologie-Linsen oder kurz "OK-Linsen" geführt werden.
Da ein Großteil aller Kurzsichtigen Personen mit ihrer Sehschwäche in dem oben genannten Bereich (bis max. -5 Dipotrin) liegen, stellen Nachtlinsen für viele
Menschen eine echte, risikoarme Alternative zu einer Augen-OP dar, bei der es um die operative Korrektur einer Kurzsichtigkeit geht. Allerdings muss gesagt werden,
dass trotz mehrjähriger Untersuchungen bisher keine dauerhaften Honrhautveränderungen durch das Tragen der speziellen Nachtlinsen festgestellt werden konnten. D.h. wenn
die OK-Linsen nachts nicht mehr ins Auge eingesetzt werden, tritt spätestesn nach zwei Tagen nach und nach der ursprüngliche Zustand der Kurzsichtigkeit wieder auf, da die Hornhaut
der Augen wieder ihre alte Form angenommen hat. Inwieweit solche Nachtlinsen für Sie also eine Alternative zu Ihren herkömmlichen Linsen oder eine Brille sein können,
sollten Sie in jedem Fall immer zuerst mit Ihrem Augenarzt besprechen. Durch eine entsprechende, augenärztliche Untersuchung kann er dann feststellen,
ob Orthokeratologie-Linsen für Sie überhaupt in Frage kommen. Sollten Sie dann auch noch das nächtliche Tragen der harten Linsen vertragen, bietet sich Ihnen vielleicht
eine bis dahin noch unbekannte Möglichkeit zur Korrektur Ihrer Kurzsichtigkeit, ganz ohne die sonst bekannten Beeinträchtigungen durch Tageslinsen oder Brillen. Sprechen
Sie Ihren Augenarzt doch einmal bei Ihrer nächsten Untersuchung auf dieses Thema an.
















